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Verantwortung

Kompensationsmaßnahmen

Neues Zuhause für Fledermäuse im Waldgebiet bei Hessenburg (Foto: Umweltplan, 2011)

Alle unvermeidbaren Eingriffe in die Natur und Landschaft müssen durch geeignete Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgegleichen oder ersetzt werden. 


Da die Arbeiten der CEP zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffvorkommen in Landschafts- und Naturräumen – sei es durch seismische Untersuchungen oder Explorationsbohrungen – immer auch einen Eingriff in die Natur bedeuten, liegt es in unserer Verantwortung, diese durch entprechende Kompensationsmaßnahmen auszugleichen.

 

Die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben sondern auch ein wichtiger Bestandteil unseres Selbsverständnisses als verantwortungsvolles Unternehmen. Im  Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sowie den jeweiligen Naturschutzgesetzen der Länder ist detailliert geregelt, wie der beeinträchtigte Naturraum in gleichartiger Weise (Ausgleichsmaßnahmen) oder gleichwertiger Weise (Ersatzmaßnahmen) wieder herzustellen ist.

 

Bei der Planung und Umsetzung der hochwertigen Ausgleichs- und Esatzmaßnahmen arbeiten wir langfristig mit erfahrenen und fachlich qualifizierten Partnern zusammen, so dass diese Maßnahmen auch der regionalen Wirtschaft mit Aufträgen zugute kommen.  

 

 

Schaffung und Sicherung von Lebensräumen für bedrohte Tierarten

 

Renaturierung eines Grabens und Schaffung von Kleingewässern bei Altenwillershagen:


2013 hat CEP eine Fliessgewässerrenaturierung nahe der Ortschaft Altenwillershagen durchgeführt. Zum einen wurde das Grabengewässer mit dem Namen „36/4“ durch den Einbau von Strömungslenkern in den derzeit begradigten Abschnitten naturnah umgestaltet, um zu einer Verbesserung der Gewässerstruktur für Wassertiere beizutragen. Zum anderen wurden auf einer circa 18 Hektar großen Waldwiese rings um den Graben mehrere Kleingewässer angelegt.

 

So gelang es, raumspezifische Biotope des Naturschutzes herzustellen und wasserliebende Tierarten, wie zum Beispiel Libellen, Amphibien, Reptilien und Fledermäuse zu fördern. Die Maßnahme erfolgte im Einklang mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie zur Herstellung eines guten Gewässerzustandes sowie dem Arten- und Biotopschutz.

 

Wracks vor der Warthe auf Usedom (Foto: Umweltplan)

Hebung und Entsorgung zweier Wracks:


Als Kompensationsmaßnahme war die Entfernung zweier Schiffswracks im Achterwasser vor Warthe/Lieper Winkel auf der Insel Usedom nach Absprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden vorgesehen. Beide Wracks drohen aufgrund allmähliger Korrosion auseinanderzubrechen. Bei einer ersten Voruntersuchung zur Hebung der Wracks wurde jedoch festgestellt, dass die Wrackteile in der Zwischenzeit zu Ansiedlungsräumen einiger Tierarten wurden. Eine Hebung wäre aus naturschutzfachlicher Sicht kontraproduktiv. Deshalb wurden andere  Kompensationsmaßnahmen gewählt.

  

Anpflanzung von Wild- und Streuobstwiesen:


2012 wurde am Ortsrand von Neuendorf eine Streuobstwiese angelegt bestehend aus verschiedenen alten heimischen Apfelsorten. Die Pflege des Grünlandes erfolgt durch eine Beweidung mit Schafen eines Landwirts vor Ort. Die Erträge sollen zukünftig zu Saft verarbeitet werden, der vor Ort erworben werden kann. 

 

In der Nähe der Ortschaft Pudagla auf der Insel Usedom wurde 2011 durch CEP eine Ackerfläche in ein strukturreiches Extensivgrünland mit verschiedenen regionaltypischen Laubgehölz- und Baumgruppen umgewandelt, unter anderem durch die Anlage einer Wildobstwiese mit alten heimischen Sorten wie Wildapfel, Holzbirne und Vogelkirsche. 

 

Extensivgrünland bei Pudagla mit Gehölzen, Hecken und Baumreihen (Foto: Umweltplan, 2013)

Streuobstwiesen hatten und haben große landschaftsprägende, kulturelle und ökologische Bedeutung. Sie wurden in der Vergangenheit meist am Übergang der Siedlungen in das Umland angelegt und prägten somit das Ortsbild maßgeblich. 

Auch als Bienenweide und als Lebensraum 

für zahlreiche weitere Kleintiere, Vögel, Fledermäuse, etc. haben Streuobstwiesen eine große Bedeutung. Nicht zuletzt stellen 

sie eine historische und erhaltenswerte Landnutzungsform dar.

  

Mochow, Gemeinde Schwielochsee (Foto: CEP)

Umwandlung einer ertragsarmen Ackerfläche in extensives Grünland:


In Mochow in der Gemeinde Schwielochsee wird seit 2013 eine circa drei Hektar große Ackerfläche in eine extensive Gründlandfläche umgewandelt. Dazu gehört der Verzicht auf Stickstoffgaben und organischen Dünger sowie Pflanzenschutzmittel. Auf der Fläche sollen sich vor allem bodenbrütende Vogelarten ansiedeln. 

  

Neuer Mast mit Kunsthorst für Fischadlerpaar (Foto: Umweltplan, 2012)

Erfolgreiche Umsiedlung eines Fischadlerpaares:


In der Nähe des Bohrplatzes Guhlen-1/2011 nutzte ein Paar des gefährdeten Fischadlers einen Strommast für seine Brut. Damit das Vogelpaar durch den Bohrplatzbau und –betrieb nicht gestört wird, wurde nach Absprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden ein neuer Mast einschließlich Kunsthorst außerhalb des Störradius aufgestellt. Der neue Horst wurde sofort nach Ankunft des Fischadlers einige Wochen nach der Aufstellung angenommen. Sowohl 2011 als auch 2012 war ein Bruterfolg zu verzeichnen.

  

Neues Zuhause für Fledermäuse:


In einem Wald bei Hessenburg, in der Nähe zur Erkundungbohrung Barth-11, brachte CEP im Jahr 2011 eine Reihe von Fledermauskästen zum Schutz der bedrohten Tierart an. Die Kästen wurden nach Abstimmung mit einem Fledermaussachverständigen entlang von Waldwegen aufgehängt und in kleineren  Gruppen in einer Höhe von drei bis fünf Meter angebracht. Die Orientierung der Kästen nach Südwesten war dabei von entscheidender Bedeutung. Hier wurden vor allem größere Bäume genutzt, die von der Sonne direkt angestrahlt werden. Fledermauskästen im Waldbestand wurden mit der Einflugseite in Richtung des Waldinneren aufgehängt.

  

Feldhecken zum Schutz gegen Bodenerosion:


Bei Hessenburg in Vorpommern wurde im Jahr 2010 eine circa 1.000 Meter lange und 12 Meter breite Hecke einschließlich Krautsäumen angelegt. Ziel der Maßnahme ist die Entwicklung von arten- und strukturreichen Lebensräumen für Brutvögel, Säugetiere und zahlreiche Kleintiere. Durch Feldhecken wird zudem dem windbedingten Bodenabtrag (Bodenerosion) entgegengewirkt und ein Beitrag zum Biotopverbund geleistet. Nicht zuletzt stellen sie ein historisches Kulturlandschaftselement dar, das im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts der reinen Anbaufläche weichen musste.

  

Entbuschung im Naturschutzgebiet Recherskreuzer Heide:


In der Reicherskreuzer Heide existiert ein isolierter Bestand der „Östlichen Smaragdeidechse“ (Lacerta viridis). Die Art kommt in Deutschland wahrscheinlich nur in zwei anderen Gebieten in Bayern und Rheinland-Pfalz vor. Die sogenannte „Verbuschung“ der Lebensräume durch den Aufwuchs von Gehölzen gefährdet die wichtigen Offenlandflächen und –biotope, die für eine Vielzahl von Reptilien, Vögeln und seltenen Insektenarten von besonderer Bedeutung sind. Nach Absprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden führte die CEP im Jahre 2010 eine Entbuschuchungsaktion in dem Naturschutzgebiet durch, um die Offenhaltung des wertvollen Naturraumes und damit Lebensraum für viele Tierarten zu gewährleisten. 

  

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