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Infothek

Erkundungsbohrung

CEP Erkundungsbohrung Guhlen 1 (Foto: Dirk Laubner)

Eine Erkundungsbohrung dient dazu, eine vermutete erdölführende Lagerstätte nachzuweisen und hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Förderbarkeit zu testen. Untersucht werden die geologischen Gegebenheiten des Gesteins und der Ölfluss aus der Lagerstätte.

 

Der gesamte Prozess der Erkundungsbohrung, einschließlich des Bohrplatzbaus und des Auf- und Abbaus der Bohranlage, dauert rund 3 bis 4 Monate. Die Erkundungsbohrung durchläuft dabei vier Phasen.

 

Bau des Bohrkellers mit Standrohr. (Foto: CEP)

Bau des Bohrplatzes

 

Zunächst wird der Bohrplatz gebaut. Dieser dient als Basis für die spätere zeitweise Aufstellung der Bohranlage. Die Fläche hat die Größe eines Fußballfeldes und gleicht dem Aufbau einer Tankstelle.

 

In der Mitte des Bohrplatzes befindet sich der sogenannte Bohrkeller. In diesem Bohrkeller wird, ähnlich wie beim Brunnenbau, ein Standrohr aus Stahl mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern in der Erde versenkt und zementiert. Durch das Standrohr wird die spätere Bohrung abgeteuft. Dieses Standrohr geht mit einer Länge von bis zu 80 Metern über die maximale Tiefe des Grundwassers hinaus. Damit bildet es zudem ein wichtiges Element des Grundwasserschutzes, da es den Bohrvorgang vollständig von der Süßwasserschicht trennt. Der Bohrkeller um das Standrohr herum ist versiegelt. Stabile Betonfundamente dienen als sichere Aufstellfläche für die Bohranlage und Anlagenbauteile, wie Spülpumpen, Tankanlagen, Generatoren, Dieseltanks und andere Installationen.

 

Der Bereich rund um den Bohrkeller ist betoniert und damit absolut undurchlässig. Anfallendes Regenwasser im inneren Bereich des Bohrplatzes wird aufgefangen und entsorgt. Der äußere Bereich des Bohrplatzes ist für die Lagerung der Austrüstung und der Aufstellung von Containern vorgesehen. Das Regenwasser aus dem äußeren Bereich wird aufgefangen und einem Abscheider zugeführt.

 

Bohrturm mit Bohrgestänge. (Foto: CEP)

Aufstellung des Bohrturms

 

Auf dem Bohrplatz wird die für die Erkundungsbohrung notwendige Bohranlage mitsamt des Bohrturms aufgestellt. Moderne Bohranlagen sind komplexe technische Anlagen. Der Bohrturm als eine Art Krananlage dient in erster Linie dazu, das Bohrgestänge zu heben, senken und zu drehen. Zentrales Sicherheitselement jeder Bohranlage ist ein ca. 10 Meter hohes Sicherheitsventil, der sogenannte Blowout Preventer, das im Bedarfsfall das Bohrloch innerhalb weniger Sekunden dicht verschließt. Mithilfe des Bohrturms wird die Probebohrung schrittweise in eine Tiefe von ca. 2.700 Metern abgeteuft. Erkundungsbohrungen sind in der Regel vertikale Bohrungen, d.h. der Bohrturm wird direkt über der potenziellen Lagerstätte errichtet und die Bohrung wird senkrecht abgeteuft.

 

Während der Bohrung

 

Während der Bohrung wird das gemahlene Gestein, das sogenannte Bohrklein, mit der Bohrspülung zu Tage gefödert. Das Bohrklein durchläuft nun verschiedene physikalische Messungen und Laboruntersuchungen. Diese geben Aufschluss über die Porosität, den Druck, die Durchlässigkeit sowie die mineralische Zusammensetzung des Gesteins. Die finale Auswertung der Messergebnisse und Laboruntersuchungen kann nun Aufschluss darüber geben, ob eine Testförderung zur Prüfung der Lagerstätte hinschichtlich einer wirtschaftlichen Förderung von Erdöl umsetzbar ist.

 

Bohrplatz mit Absperrventil. (Foto: CEP)

Abschluss der Erkundungsbohrung

 

Nach Abschluss der Erkundungsbohrung und den ersten Auswertungen wird die Bohranlage wieder abgebaut. Das Bohrloch wird mit einem Absperrventil verschlossen und abgedichtet. Führen die detaillierten Auswertungen zu der Erkenntnis, dass in der Lagerstätte eine wirtschaftliche Förderung möglich wäre, kann der Bohrplatz – nach einem entsprechenden Genehmigungs-

verfahren – als Förderstelle dienen. Ist die Wirtschaftlichkeit einer langfrisitigen Förderung nicht gegeben, wird der Bohrplatz vollständig zurückgebaut, das Bohrloch nach bewährten technischen Standards und unter Kontrolle des Bergamtes versiegelt sowie die Fläche renaturiert.

 

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