print

Infothek

Testförderung

CEP-Mitarbeiter bei den Vorbereitungen für die Testförderung der Bohrung Barth-11 bei Saal und dem Aufbau der Test- und Messausrüstung im März 2014 (Foto: CEP)

Die Testförderung einer Bohrung dient dazu, die technische und wirtschaftliche Gewinnbarkeit einer Lagerstätte zu bewerten. Dabei wird der Ölzufluss aus der Lagerstätte und deren Druckverhalten gemessen. Die Auswertung der Testergebnisse liefert wichtige Aussagen über die Lagerstättengröße und ihr Förderverhalten.

 

Unmittelbar an die Bohrung schließt sich ein Kurzzeittest von wenigen Wochen an, in dem der Ölzufluss gemessen wird. Um Prognosen für eine über Jahrzehnte laufende Produktion geben zu können und als Entscheidung für hohe Investitionen in die Feldeserschließung dient ein mehrmonatiger Langzeittest, der Gegenstand eines Genehmigungsverfahrens ist. 

 

 

Phasen des Bohrlochtests

 

1. Vorbereitungsphase

Vor dem Anschluss und dem Test müssen verschiedene Installations- und Messarbeiten durchgeführt werden. Dazu gehören u.a. der komplexe Ein- und Ausbau von Rohren und Sperreinrichtungen am und im Bohrloch. Druckmessungen ermitteln den Bohrlochsohlendruck und liefern Aussagen über die Verteilung von Öl und Gas im Bohrloch. 

 

2. Der Bohrlochanschluss

Beim Abteufen einer jeden Bohrung werden die Gesteinsporen und Fugen rund um das Bohrloch durch mechanische Zerrüttung und Bohrschlammablagerungen verschlossen. Das Öl fließt deshalb nur in geringer Menge in das Bohrloch. Damit das Öl aus dem porösen Gestein unter Eigendruck ungehindert zum Bohrloch fließen kann, müssen bei jeder konventionellen Lagerstätte nach dem Bohrprozess diese Strukturen einmalig geöffnet werden. Dafür gibt es verschiedene, seit vielen Jahrzehnten bewährte Methoden wie Druckwaschen, Drucksäuerung, Wasserjetting oder hydraulische Stimulierung. Diese Verfahren wurden in der Vergangenheit bei den Bohrungen in Vorpommern und in der Niederlausitz eingesetzt. Dabei handelt es sich nicht um das umstrittene Fracking.

 

3. Der Bohrlochtest

Während der ersten, rund zwei Wochen andauernden Testförderung werden Drücke, Fließraten, Fördervolumen und das Öl/Gas-Verhältnis laufend gemessen. Anschließend wird das Bohrloch verschlossen und über einen längeren Zeitraum (ca. 30 Tage) der Druckaufbau im Bohrloch analysiert. Die Ergebnisse liefern wichtige Aufschlüsse über die Durchlässigkeit und das Fließverhalten der Lagerstätte, ihre Größe und das Öl/Gas-Verhältnis und bilden eine der Grundlagen für die Bewertung der technischen Förderbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Foto (CEP): Grundwassermonitoring an der CEP Bohrung Barth 11, April 2014

Auch wenn Geologie, angewandte Verfahren und eingesetzte Flüssigkeit bereits einen sicheren Schutz für das Grundwasser bieten, führt CEP in Absprache mit den Wasser-

schutzbehörden und zu wissenschaftlichen Zwecken Grundwassermessungen durch. An den Messstationen rund um den Bohrplatz werden vor, während und nach den Maß-

nahmen Proben des Grundwassers laufend gemessen, so dass ein systematisches, langzeitiges Grundwassermonitoring erfolgt.

 

Einsatz von nichtwassergefährdenden Flüssigkeiten
Die zum Anschluss eingesetzte Flüssigkeit ist nicht wassergefährdend. Sie besteht zu 99,5 % aus Wasser und Keramiksand. Zusätze machen nur 0,5 % der gesamten Flüssigkeit aus. Jeder einzelne Zusatz ist in sehr geringer Konzentration, d.h. Bruchteilen von Prozent, vorhanden. Dabei handelt es sich ausschließlich um Zusätze, die auch in der Lebensmittelproduktion und im Haushalt verwendet werden.

 

Grafik (CEP): Zusammensetzung der 2014 von CEP eingesetzten nicht wassergefährdenden Flüssigkeit
print